Handwerkliche Eisherstellung im Wettbewerb Kamelmilch und Dattelhonig: Kreativ-Preis für den deutschen Eis-Meister

70 Eismacher aus aller Welt, drei deutsche Vertreter mittendrin: Bei der Gelato-WM in Las Vegas hat Thomas Micolino aus Rottenburg einen Kreativ-Preis gewonnen. Wer Weltmeister wurde, warum Micolino gegen seinen eigenen Patenonkel antrat – und welche Zutaten die Jury überzeugten.

Mit seiner Eiskreation aus Kamelmilch wurde Micolino im vergangenen Jahr Deutscher Meister – und möchte nun auch bei der WM in Las Vegas überzeugen. - © picture alliance/dpa | Marijan Murat

Das weltbeste Eis wurde gekürt – und es kommt dieses Jahr aus Belgien. Aber auch ohne WM-Titel blicken die drei deutschen Teilnehmer der Gelato-Weltmeisterschaft in Las Vegas mit Stolz auf die vergangenen Tage zurück.

Der 36-jährige Thomas Micolino von der Eisdiele "Rino" in Rottenburg ist mit einem Kreativ-Preis aus Amerika zurückgekehrt. Laut Südwest Presse erreichte der Deutsche Meister zwar nicht das Podium, überzeugte aber die internationale Jury mit seiner außergewöhnlichen Eis-Kreation. Mit seiner Sorte "Kamelatte" hatte sich Micolino 2025 den deutschen Meistertitel gesichert.

Das Eis besteht aus Kamelmilch, geräuchertem Dattelhonig, Pistazien und Polenta. Im Vergleich zu herkömmlichem Milcheis beschreibt Micolino seine Kreation als "etwas salziger, cremiger und schneeweiß". Bei seinen Kunden hat sich die ungewöhnliche Sorte bereits zu einem der Favoriten entwickelt. Die Auszeichnungstafel soll nun einen Ehrenplatz in seiner Rottenburger Eisdiele erhalten. "Es hat enorm Spaß gemacht, das war sehr schön", bilanziert Micolino seine Teilnahme. Seine Pläne für die Zukunft stehen bereits fest: "Mein Kopf ist jetzt frei und ich kann wieder loslegen" – mit neuen Eis-Kreationen.

Deutsche Konkurrenz unter einem Dach

Beim Gelato Festival World Masters in den USA trat Micolino gegen 70 der besten Eismacher weltweit an. Wie der SWR berichtete, kam einer der Konkurrenten aus der Familie. Denn einer der weiteren deutschen Vertreter war Patenonkel Rino Bernardi. Bernardi betreibt eine Eisdiele in Ochsenhausen im Kreis Biberach und war Micolinos Ausbilder. Die Rottenburger Eisdiele läuft als Franchise unter Bernardis Markendach.

Bernardi hatte sich mit seiner Sorte "RedKing" für Las Vegas qualifiziert – einer Mischung aus Granatapfelsorbet und Honigeis, die ihm den deutschen Vizemeistertitel eingebracht hatte. Bei der Weltmeisterschaft ging er leer aus. "Trotz des Endergebnisses sind wir sehr glücklich, an diesem fantastischen Event teilgenommen zu haben", schreibt er auf Instagram. Er sei unter den besten 30 Gelato-Herstellern der Welt. "Das ist schon ein Riesenerfolg für uns."

Dritter im deutschen Bunde war Enrico Piccin aus Berlin. Auch er erhielt wie Micolino einen Sonderpreis. Auf Instagram präsentierte er stolz seine Auszeichnung als "Mastery of Gelato Science", die erfür seine Eissorte "Mediterraneo" erhalten hatte: einem Milcheis mit Rosmarin, Zitronenschale und Olivenöl. Auch wenn es nicht zu einem der drei ersten Plätze gereicht habe, sei er super stolz. "Dieser Preis bedeutet ganz viel. Die Jury hat gesehen, welche Liebe und Technik wir in unser Eis reinmachen", verkündete er auf seinem Kanal.

Internationale Sieger setzen auf Naturthemen

Den Weltmeistertitel holte sich Christian Wu aus Belgien mit der Sorte "Il Bosco dei Cento Acri" (Der Hundert-Morgen-Wald). Seine Kreation kombiniert Waldhonig, Waldkiefernaroma, Steinpilz-Crumble und Kiefernzapfenknospen mit einer Soße aus Waldhonig und Zitrone.

Auf Platz zwei folgte Carlo Guerriero aus Spanien mit "Sherrymisu", einem Tiramisu-Eis mit Amontillado-Sherry. Den dritten Rang belegte Kees Baars aus den Niederlanden mit "Seaside Delight" – einem Mascarpone-Eis mit Sanddorn, gesalzenem Mandelkrokant und der Wattpflanze Queller. mit dpa